Sommerkirche 2020 Rückschau

Mit Bibel und Fahrrad

Bibel und Fahrrad (c) BK
Bibel und Fahrrad
Datum:
Fr 17. Jul 2020
Von:
BK

In einer Gruppe von insgesamt sieben Teilnehmer*innen brachen wir am Dienstag, dem 7. Juli vom Dionysiusplatz auf, um zur Abtei Mariendonk zu fahren. Ausgestattet mit Texten zur Bergpredigt ging es zunächst über die Dionysiusstraße, Peter-Lauten- Straße und die Alte Krefelder Straße auf zumeist ruhigen landwirtschaftlichen Nutzungswegen nach Kempen. Dabei begleitete uns eine dunkle Regenwolke, die aber nur wenige Tropfen auf uns fallen ließ.

Bis Kempen legten  wir zwei Stopps ein, in denen wir uns den Seligpreisungen und den bildhaften Ausdrücken vom ‚Salz der Erde‘ und vom  ‚Licht der Welt‘ widmeten.

Wir durchfuhren Kempens Innenstadt ein Stück weit über den Inneren Ring  und bogen dann nach rechts Richtung Heilig–Geist-Krankenhaus ab, um über den Ortsteil Ziegelheide die Abtei Mariendonk zu erreichen. Auch hier nutzten wir überwiegend ruhige Wege zwischen Korn- und Rübenfeldern.

Auf diesem Wegstück konfrontierte uns die dritte Station mit einem Impuls zur Feindesliebe, eine ethische Forderung, die manchem ein wenig weltfremd und eher überfordernd erschien.

An der Abtei angekommen stärkten wir uns zunächst durch unseren mitgebrachten Proviant. Das vereinbarte Gespräch mit einem Konvents-Mitglied fand im Klausurgarten im hinteren Bereich der Anlage der Abtei statt. Die ehemalige Priorin und Novizenmeisterin, Schwester Dr. Theresia Heither, ausgewiesene Origenes-Spezialistin, versammelte uns rund um einen wunderbaren Brunnen, dessen Anlage auf uns wie eine Oase wirkte. Die betagte Benediktinerin erklärte uns, welches Verständnis sie von der Bergpredigt hat. Wichtig war ihr darauf hinzuweisen, dass es sich nicht um einen Moralkodex handelt. Die Bergpredigt hat ihre Zuspitzung, so Schwester Theresia, in der Ausrichtung auf Jesus Christus. Gott lädt uns ein, in seinem Reich mitzuarbeiten. Es geht aber nicht um Leistung, sondern um die Beziehung zu Gott. Durch die Ausrichtung auf Gott und Christus sind Taten der Liebe möglich.

Schwester Theresia ist es wichtig, auf die entlastende Wirkung der Gottesbeziehung zu vertrauen. Die Mystiker und Mystikerinnen glauben, dass Christus in uns handelt, wenn wir ihn um Hilfe bitten.

Ich erinnerte an Ignatius von Loyola, den Gründer des Jesuitenordens Er gab seinen Mitbrüdern folgenden Ratschlag für ihr Wirken: „Bete, als hinge alles von dir ab, handle, als hinge alles von Gott ab. Vergiss beim Gebet nie, dass du das Deine tun musst und ... vergiss nie bei deinen Taten, dich der Gnade zu  vergewissern.“

Nach dem interessanten Gespräch mit Schwester Theresia versammelten wir uns als Gruppe - mit dem nötigen Abstand - in der schönen Krypta, und beteten gemeinsam eine Friedenslitanei.

Anschließend radelten wir in moderatem Tempo zurück nach Krefeld. Zwischen Kempen und Krefeld legten wir noch einmal eine Station ein und hörten aus dem 6. Kapitel des Matthäus-Evangeliums „von der falschen und der rechten Sorge“. Dieser Impuls diente dazu, den kommenden Alltag ernst zu nehmen, aber ihn gelassen und mit Gottvertrauen anzugehen.

Nach insgesamt ca. 40 geradelten Kilometern erreichten wir müde, aber zufrieden und mit mancherlei Denkanstößen in uns, die Krefelder Innenstadt.

 

Bibel und Fahrrad (c) BK

Sommerkirche 2020 Rückschau

Bibel und Fahrrad
Datum:
Fr 17. Jul 2020
Von:
BK

Mit Bibel und Fahrrad

In einer Gruppe von insgesamt sieben Teilnehmer*innen brachen wir am Dienstag, dem 7. Juli vom Dionysiusplatz auf, um zur Abtei Mariendonk zu fahren. Ausgestattet mit Texten zur Bergpredigt ging es zunächst über die Dionysiusstraße, Peter-Lauten- Straße und die Alte Krefelder Straße auf zumeist ruhigen landwirtschaftlichen Nutzungswegen nach Kempen. Dabei begleitete uns eine dunkle Regenwolke, die aber nur wenige Tropfen auf uns fallen ließ.

Bis Kempen legten  wir zwei Stopps ein, in denen wir uns den Seligpreisungen und den bildhaften Ausdrücken vom ‚Salz der Erde‘ und vom  ‚Licht der Welt‘ widmeten.

Wir durchfuhren Kempens Innenstadt ein Stück weit über den Inneren Ring  und bogen dann nach rechts Richtung Heilig–Geist-Krankenhaus ab, um über den Ortsteil Ziegelheide die Abtei Mariendonk zu erreichen. Auch hier nutzten wir überwiegend ruhige Wege zwischen Korn- und Rübenfeldern.

Auf diesem Wegstück konfrontierte uns die dritte Station mit einem Impuls zur Feindesliebe, eine ethische Forderung, die manchem ein wenig weltfremd und eher überfordernd erschien.

An der Abtei angekommen stärkten wir uns zunächst durch unseren mitgebrachten Proviant. Das vereinbarte Gespräch mit einem Konvents-Mitglied fand im Klausurgarten im hinteren Bereich der Anlage der Abtei statt. Die ehemalige Priorin und Novizenmeisterin, Schwester Dr. Theresia Heither, ausgewiesene Origenes-Spezialistin, versammelte uns rund um einen wunderbaren Brunnen, dessen Anlage auf uns wie eine Oase wirkte. Die betagte Benediktinerin erklärte uns, welches Verständnis sie von der Bergpredigt hat. Wichtig war ihr darauf hinzuweisen, dass es sich nicht um einen Moralkodex handelt. Die Bergpredigt hat ihre Zuspitzung, so Schwester Theresia, in der Ausrichtung auf Jesus Christus. Gott lädt uns ein, in seinem Reich mitzuarbeiten. Es geht aber nicht um Leistung, sondern um die Beziehung zu Gott. Durch die Ausrichtung auf Gott und Christus sind Taten der Liebe möglich.

Schwester Theresia ist es wichtig, auf die entlastende Wirkung der Gottesbeziehung zu vertrauen. Die Mystiker und Mystikerinnen glauben, dass Christus in uns handelt, wenn wir ihn um Hilfe bitten.

Ich erinnerte an Ignatius von Loyola, den Gründer des Jesuitenordens Er gab seinen Mitbrüdern folgenden Ratschlag für ihr Wirken: „Bete, als hinge alles von dir ab, handle, als hinge alles von Gott ab. Vergiss beim Gebet nie, dass du das Deine tun musst und ... vergiss nie bei deinen Taten, dich der Gnade zu  vergewissern.“

Nach dem interessanten Gespräch mit Schwester Theresia versammelten wir uns als Gruppe - mit dem nötigen Abstand - in der schönen Krypta, und beteten gemeinsam eine Friedenslitanei.

Anschließend radelten wir in moderatem Tempo zurück nach Krefeld. Zwischen Kempen und Krefeld legten wir noch einmal eine Station ein und hörten aus dem 6. Kapitel des Matthäus-Evangeliums „von der falschen und der rechten Sorge“. Dieser Impuls diente dazu, den kommenden Alltag ernst zu nehmen, aber ihn gelassen und mit Gottvertrauen anzugehen.

Nach insgesamt ca. 40 geradelten Kilometern erreichten wir müde, aber zufrieden und mit mancherlei Denkanstößen in uns, die Krefelder Innenstadt.